Feuchtigkeitsregulator

POTASSIUM LACTATE
Kaliumsalz der Milchsäure (organisches Salz)

POTASSIUM LACTATE ist Entsteht durch Neutralisation von Milchsäure (Lactic Acid) mit Kaliumhydroxid. Erfahre hier alles ueber Herkunft, Wirkung und die beste Anwendung in deiner taeglichen Pflegeroutine.

CAS: 996-31-6  |  Auch bekannt als: Kaliumlactat, Potassium L-Lactate, E326, Lactic Acid Potassium Salt, 2-Hydroxypropanoic Acid Potassium Salt
Stoffklasse Kaliumsalz der Milchsäure (organisches Salz)
INCI-Name POTASSIUM LACTATE
CAS-Nummer 996-31-6
Qualitaet EU-Kosmetikverordnung konform

Was ist POTASSIUM LACTATE?

Potassium Lactate ist das Kaliumsalz der Milchsäure und ein natürlicher Bestandteil des Natural Moisturizing Factor (NMF) — jener Stoffmischung, die deine Haut von Natur aus feucht und geschmeidig hält. Etwa 12% des NMF bestehen aus Lactat-Salzen. In Kosmetikprodukten übernimmt es eine Doppelfunktion: Es bindet Wasser osmotisch in der Hornschicht (Hydratation) und stabilisiert gleichzeitig den leicht sauren pH-Wert der Hautoberfläche, der essentiell für eine intakte Hautbarriere ist. Im Gegensatz zur freien Milchsäure wirkt das Salz nicht exfolierend-peelend, sondern rein feuchtigkeitsspendend und ist daher auch für sehr empfindliche Haut geeignet. Gewonnen wird es durch bakterielle Fermentation von Pflanzenzuckern — der gleiche Prozess, der auch Joghurt entstehen lässt.

Wusstest du? Potassium Lactate wird in der Lebensmittelindustrie als Konservierungsmittel (E326) eingesetzt, da es den pH-Wert senkt und so Bakterienwachstum hemmt — genau der Mechanismus, der auch in Hautpflege wirkt. In Fleischprodukten verhindert es z.B. das Wachstum von Listerien.

Woher kommt POTASSIUM LACTATE?

Entsteht durch Neutralisation von Milchsäure (Lactic Acid) mit Kaliumhydroxid. Milchsäure wird industriell durch bakterielle Fermentation von Zuckern (z.B. aus Mais, Rüben) gewonnen — der gleiche Prozess wie bei der Joghurt-Herstellung. In der modernen Kosmetik unterliegt die Gewinnung und Verarbeitung strengen Qualitaetsstandards gemaess der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. RAU Cosmetics bezieht ausschliesslich Rohstoffe in Kosmetik-Qualitaet von geprueften Lieferanten.

Wie wirkt POTASSIUM LACTATE auf zellulaerer Ebene?

Fungiert als Bestandteil des natürlichen Feuchthaltefaktors (NMF) der Haut. Bindet Wassermoleküle osmotisch in der Hornschicht und erhöht deren Wassergehalt messbar um 10-15%. Reguliert gleichzeitig den pH-Wert der Hautoberfläche im leicht sauren Bereich (pH 4,5-5,5), wodurch die Barrierefunktion gestärkt und das Wachstum pathogener Bakterien gehemmt wird.

So wirkt POTASSIUM LACTATE auf deine Haut

Tiefenwirksame Hydratation

Als körpereigener NMF-Bestandteil dringt Potassium Lactate in die Hornschicht ein und bindet dort Wasser über Wasserstoffbrückenbindungen. Studien zeigen eine Steigerung des Hautwassergehalts um 10-15% bereits nach 2 Stunden. Im Gegensatz zu filmbildenden Humectants wirkt es intrazellulär und verbessert die Hautelastizität langfristig.

pH-Puffer & Barriereschutz

Puffert den pH-Wert der Hautoberfläche im optimalen sauren Bereich von 4,5-5,5. Dieser pH-Wert ist essentiell für die Aktivität der Lipidbiosynthese-Enzyme (Beta-Glucocerebrosidase, Sphingomyelinase), die Ceramide bilden. Ein gestörter pH-Wert führt zu Barrieredefekten — Potassium Lactate verhindert dies präventiv.

Antimikrobielle Abwehr

Der saure pH-Wert hemmt das Wachstum von Staphylococcus aureus und Propionibacterium acnes, die bei pH-Werten über 6 optimal gedeihen. Gleichzeitig fördert es die hauteigene Flora (z.B. Staphylococcus epidermidis), die entzündungshemmende Lipide produziert.

Sanfte Keratolyse

Löst in Kombination mit der zugrunde liegenden Milchsäure-Komponente Desmosomen (Zellverbindungen) zwischen abgestorbenen Hornzellen. Dies fördert eine gleichmäßige Abschuppung ohne mechanische Reibung — ideal für empfindliche Haut mit rauer Textur oder Verhornungsstörungen (Keratosis pilaris).

Verbesserter Wirkstofftransport

Erhöht die Permeabilität der Hornschicht moderat (10-20%) durch Hydratation der Keratinozyten. Dadurch können nachfolgende Wirkstoffe (z.B. Niacinamide, Peptide) besser penetrieren — ohne die Barriere zu schädigen wie aggressive Penetration Enhancer es tun würden.

Dosierung & Regulierung

Typische Einsatzkonzentration: 2-5% in Seren und Cremes, bis 10% in intensiven Feuchtigkeitsbehandlungen
EU-Regulierung: Keine spezifische Einschränkung gemäss EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009

Fuer wen ist POTASSIUM LACTATE geeignet?

Trockene Haut

Erhöht den Wassergehalt der Hornschicht nachweislich und bildet einen feuchtigkeitsspeichernden Film

Dehydrierte Haut

Ist natürlicher NMF-Bestandteil und gleicht Feuchtigkeitsverlust durch osmotische Wasserbindung aus

Reife Haut

Kompensiert altersbedingte Abnahme der natürlichen NMF-Komponenten in der Epidermis

Sensible Haut

Stabilisiert den Säureschutzmantel und reduziert Reizungen durch pH-Dysbalance

POTASSIUM LACTATE in deiner Routine

Nach der Reinigung

Trage Produkte mit Potassium Lactate auf die noch leicht feuchte Haut auf — die Restfeuchtigkeit verstärkt die osmotische Wasserbindung. Ideal in Toner-Formulierungen (3-5%).

Vor Okklusiva

Schichte Potassium Lactate VOR reichhaltigen Cremes oder Ölen. Es zieht Wasser in die Haut, das dann durch die nachfolgende Okklusion (z.B. Sheabutter, Squalan) versiegelt wird.

Kombination mit AHAs/BHAs

In Formulierungen mit Glykolsäure oder Salicylsäure stabilisiert es den pH-Wert und mildert Irritationen. Verwende solche Produkte nur abends, da AHAs photosensibilisierend wirken.

Ganzjährig einsetzbar

Anders als reine Milchsäure ist Potassium Lactate nicht photosensibilisierend und kann problemlos in Tagescremes eingesetzt werden — auch bei hoher UV-Exposition (Sommer, Ski-Urlaub).

Lagerung: Sehr stabil, nicht licht- oder oxidationsempfindlich. Hygroskopisch (zieht Wasser aus der Luft), daher in luftdichten Verpackungen lagern. Bei Hitze über 120°C kann es zu Lacton-Bildung kommen — in kosmetischen Formulierungen (Raumtemperatur bis max. 40°C) kein Problem.

RAU Cosmetics Produkte mit POTASSIUM LACTATE

Haeufige Fragen zu POTASSIUM LACTATE

Ist Potassium Lactate vegan?

In der modernen Kosmetikindustrie wird Potassium Lactate fast ausschließlich aus pflanzlichen Quellen (Mais-, Rüben-Fermentation) gewonnen und ist damit vegan. Historisch konnte Milchsäure auch aus Milch stammen — auf dem Etikett ist dies aber nicht erkennbar. Bei Unsicherheit direkt beim Hersteller nachfragen oder nach Vegan-Zertifizierungen Ausschau halten.

Warum Potassium Lactate statt Sodium Lactate?

Beide sind Salze der Milchsäure und wirken ähnlich. Potassium Lactate wird jedoch bevorzugt bei salzsensitiver Haut oder wenn die Formulierung natriumarm sein soll (z.B. bei Rosazea-Neigung). Kalium ist zudem ein wichtiger intrazellulärer Elektrolyt, während Natrium eher extrazellulär wirkt — manche Formulierer bevorzugen daher die Kalium-Variante für 'physiologischere' Formulierungen.

Kann Potassium Lactate in der Schwangerschaft verwendet werden?

Ja, Potassium Lactate ist ein körpereigener NMF-Bestandteil und gilt als unbedenklich während Schwangerschaft und Stillzeit. Es wird nicht systemisch resorbiert (wirkt nur in der Hornschicht) und hat keine hormonelle Aktivität. Ideal für schwangere Frauen, die auf AHAs/BHAs verzichten möchten, aber dennoch Feuchtigkeit und milde Exfoliation benötigen.

Wie unterscheidet sich Potassium Lactate von Hyaluronsäure?

Beide sind Humectants, wirken aber auf verschiedenen Ebenen: Hyaluronsäure bildet einen feuchtigkeitsbindenden Film auf der Hautoberfläche und dringt je nach Molekülgröße unterschiedlich tief ein. Potassium Lactate ist ein kleinmolekularer NMF-Bestandteil, der intrazellulär in Keratinozyten wirkt und dort osmotisch Wasser bindet. Die Kombination beider (z.B. HA außen, Potassium Lactate innen) ergibt einen synergistischen Feuchtigkeitseffekt auf mehreren Ebenen.

Warum steht manchmal 'Lactic Acid & Potassium Hydroxide' auf der INCI-Liste statt 'Potassium Lactate'?

Beide Angaben sind korrekt und bezeichnen dasselbe: Potassium Lactate entsteht in der Formulierung durch Neutralisation von Lactic Acid (Milchsäure) mit Potassium Hydroxide (Kalilauge). Manche Hersteller führen die Ausgangssubstanzen auf, andere das Endprodukt. Chemisch macht das keinen Unterschied — in der fertigen Creme liegt immer Potassium Lactate vor, da die Neutralisation vollständig abläuft.

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