Gelbildner

HYDROXYETHYLCELLULOSE
Wasserlösliches Cellulose-Derivat (modifiziertes Biopolymer)

HYDROXYETHYLCELLULOSE ist Wird durch chemische Modifikation von Cellulose (aus Holz oder Baumwolle) mit Ethylenoxid hergestellt. Erfahre hier alles ueber Herkunft, Wirkung und die beste Anwendung in deiner taeglichen Pflegeroutine.

INCI: Hydroxyethylcellulose  |  CAS: 9004-62-0  |  Auch bekannt als: Cellulose, 2-hydroxyethyl ether, Natrosol, Cellosize, Tylose H, HEC, Hydroxyäthylcellulose
Stoffklasse Wasserlösliches Cellulose-Derivat (modifiziertes Biopolymer)
INCI-Name Hydroxyethylcellulose
CAS-Nummer 9004-62-0
Komedogenitaet Grad 0 (nicht komedogen)

Was ist HYDROXYETHYLCELLULOSE?

Hydroxyethylcellulose (HEC) ist ein wasserlösliches Polymer, das aus natürlicher Cellulose durch Ethoxylierung gewonnen wird. Es zählt zu den vielseitigsten nicht-ionischen Verdickern in der Kosmetik, da es im Gegensatz zu geladenen Polymeren (Carbomer, Acrylate) unempfindlich gegen Salze und pH-Schwankungen ist. Besonders geschätzt wird HEC in der ophthalmologischen Kosmetik – es ist eines der wenigen Polymere, die auch in direktem Augenkontakt verwendet werden dürfen. Die Fähigkeit, transparente, nicht klebrige Gele zu bilden, macht es zur ersten Wahl für moderne Hyaluronsäure-Seren und leichte Tagesgele. Anders als Xanthan Gum hinterlässt HEC keinen schleimigen Film, und anders als Silikone ist es vollständig biologisch abbaubar.

Wusstest du? HEC wurde ursprünglich in den 1960er Jahren für die Bohrindustrie entwickelt – als Verdicker für Bohrschlämme in der Erdölförderung. Erst später entdeckte die Kosmetikindustrie seine Hautverträglichkeit und nutzt es heute in über 80% aller klaren Gel-Formulierungen.

Woher kommt HYDROXYETHYLCELLULOSE?

Wird durch chemische Modifikation von Cellulose (aus Holz oder Baumwolle) mit Ethylenoxid hergestellt. Die natürliche Cellulose-Grundstruktur wird dabei mit Hydroxyethyl-Gruppen versehen, wodurch sie wasserlöslich wird – im Gegensatz zur ursprünglichen Cellulose. In der modernen Kosmetik unterliegt die Gewinnung und Verarbeitung strengen Qualitaetsstandards gemaess der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. RAU Cosmetics bezieht ausschliesslich Rohstoffe in Kosmetik-Qualitaet von geprueften Lieferanten.

Wie wirkt HYDROXYETHYLCELLULOSE auf zellulaerer Ebene?

Bildet durch Wasserbindung und intermolekulare Vernetzung dreidimensionale Gel-Netzwerke. Die langen Polymer-Ketten lagern sich zu einer Matrix zusammen, die Wasser einschließt und dadurch die Viskosität erhöht. Anders als kationische Polymere ist HEC nicht-ionisch und reagiert daher weniger empfindlich auf Salze oder pH-Schwankungen – ideal für elektrolythaltige Formulierungen.

So wirkt HYDROXYETHYLCELLULOSE auf deine Haut

Textur-Optimierung

Verwandelt wässrige Lösungen in elegante Gele mit angenehmem Hautgefühl. Die nicht-ionische Struktur verhindert dabei klebrige Rückstände – im Gegensatz zu kationischen Verdickern wie Carbomer bleibt die Haut samtig-trocken. Besonders wertvoll in Hyaluronsäure-Seren, wo HEC die dünne Textur stabilisiert ohne die Penetration zu behindern.

Wirkstoff-Stabilisierung

Hält suspendierte Partikel (z.B. Pigmente, Perlglanz-Zusätze) gleichmäßig verteilt und verhindert Sedimentation. Die Gel-Matrix schützt außerdem empfindliche Wirkstoffe wie Vitamin C oder Retinol vor vorzeitigem Abbau, indem sie deren Mobilität in der Formulierung reduziert.

Film-Bildung

Bildet einen atmungsaktiven, unsichtbaren Film auf der Haut, der die Verdunstung von Feuchtigkeit reduziert. Anders als Silikone oder Öle ist dieser Film wasserlöslich und hinterlässt kein Okklusiv-Gefühl – ideal für leichte Tages-Gele unter Make-up.

Augenpflege-Sicherheit

Eines der wenigen Polymere, das in ophthalmologischen Formulierungen zugelassen ist. Die neutrale Ladung verursacht kein Brennen oder Tränen – daher häufig in Augencremes, Wimpernpflegeprodukten und künstlichen Tränen eingesetzt.

Elektrolyt-Toleranz

Bleibt auch in Formulierungen mit hohem Salzgehalt (z.B. Thermalbäder, Meerwasser-Sprays) viskos. Während anionische Verdicker bei Kontakt mit Calcium- oder Magnesium-Ionen ausflocken, behält HEC seine Struktur – perfekt für Mineral-Formulierungen.

Dosierung & Regulierung

Typische Einsatzkonzentration: 0.1-1% als Verdicker, 0.5-2% für stabile Gel-Texturen, bis 3% in Augen-Formulierungen
EU-Regulierung: Keine spezifische Einschränkung gemäß EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. Als Cellulose-Derivat gilt HEC als gut verträglich.

Fuer wen ist HYDROXYETHYLCELLULOSE geeignet?

Fettige Haut

Erzeugt leichte, nicht fettende Gel-Texturen die schnell einziehen – ideal für ölfreie Formulierungen.

Empfindliche Haut

Nicht-ionisches Polymer ohne Reizpotenzial, auch für Augenbereich und Schleimhäute geeignet.

Unreine Haut

Nicht komedogen (Grad 0) und ermöglicht transparente Seren ohne Poren-verstopfende Öle.

Dehydrierte Haut

Bindet Feuchtigkeit in der Formulierung und hält aktive Wirkstoffe länger auf der Haut verfügbar.

HYDROXYETHYLCELLULOSE in deiner Routine

Als Serum-Basis

Morgens und abends nach der Reinigung verwenden. HEC-basierte Seren ziehen in 30-60 Sekunden ein – warte kurz, bevor du Öle oder Cremes aufträgst, damit die Wirkstoffe optimal penetrieren können.

In Gel-Masken

Trage eine großzügige Schicht (ca. 2mm) auf gereinigte Haut auf und lasse sie 10-15 Minuten einwirken. Die Gel-Matrix hält Wirkstoffe feucht und verhindert vorzeitiges Antrocknen – für maximale Okklusion mit einem feuchten Tuch abdecken.

Unter Make-up

HEC-Gele bilden eine ideale Primer-Schicht: Sie füllen feine Linien optisch auf, ohne zu beschweren. Warte 2-3 Minuten bis das Gel eingezogen ist, bevor du Foundation aufträgst – die Haut fühlt sich dann samtig-trocken an.

In der Augenpartie

Verwende speziell für Augen formulierte HEC-Gele (ohne Duftstoffe). Die nicht-reizende Formulierung kann bis zum Wimpernkranz aufgetragen werden – perfekt für geschwollene Augenlider oder Trockenheit im inneren Augenwinkel.

Lagerung: HEC-Lösungen sind mikrobiell anfällig und benötigen ein breites Konservierungssystem (z.B. Phenoxyethanol + Parabene). Vor direkter Sonneneinstrahlung schützen, da UV-Licht die Polymer-Ketten über Monate abbauen kann (Viskositätsverlust). Einmal gelöst, ist HEC bei Raumtemperatur 12-24 Monate stabil. Gefrieren vermeiden – Eiskristalle zerstören die Gel-Struktur irreversibel.

RAU Cosmetics Produkte mit HYDROXYETHYLCELLULOSE

Haeufige Fragen zu HYDROXYETHYLCELLULOSE

Warum bilden manche HEC-Seren Fäden oder Flocken?

HEC ist empfindlich gegenüber zu schnellem Rühren während der Herstellung – dadurch entstehen Luftblasen oder Polymer-Verklumpungen. Hochwertige Formulierungen werden unter Vakuum gerührt und langsam abgekühlt. Auch das Mischen mit inkompatiblen Wirkstoffen (z.B. hochkonzentrierten AHAs unter pH 3) kann die Gel-Struktur destabilisieren. Bei selbstgemachten Produkten: Immer langsam einrühren und 24h quellen lassen.

Kann HEC die Penetration anderer Wirkstoffe blockieren?

Nein, im Gegenteil: Die wasserlösliche Gel-Matrix hält die Formulierung länger auf der Haut, was die Kontaktzeit und damit die Absorption von Wirkstoffen wie Hyaluronsäure oder Niacinamid erhöht. HEC selbst penetriert nicht – es bleibt an der Oberfläche und wirkt als temporäres Depot. Nur sehr hohe Konzentrationen (>3%) könnten durch starke Okklusiv-Wirkung die Diffusion verlangsamen.

Warum wird HEC in Naturkosmetik selten verwendet?

Obwohl HEC aus natürlicher Cellulose stammt, ist die Ethoxylierung (Behandlung mit Ethylenoxid) ein chemischer Prozess, der von vielen Naturkosmetik-Standards (z.B. Ecocert, Natrue) nicht akzeptiert wird. Alternativen sind Xanthan Gum oder Guar Gum – diese sind aber ionisch und reagieren empfindlicher auf pH/Salze. Einige Bio-Hersteller nutzen dennoch HEC, da es als sicherer gilt als synthetische Acrylat-Polymere.

Unterschied zwischen HEC und Hydroxypropylcellulose (HPC)?

Beide sind Cellulose-Derivate, aber HEC ist mit Ethylenoxid modifiziert, HPC mit Propylenoxid. HPC ist thermoreversibel – es verflüssigt sich bei Erwärmung und geliert beim Abkühlen, ideal für Peel-off-Masken. HEC bleibt temperaturstabil und eignet sich besser für Standard-Seren/Gele. HPC ist außerdem filmbildender, während HEC mehr wasserbindend wirkt.

Kann HEC in ölbasierten Produkten verwendet werden?

Nein, HEC ist ausschließlich wasserlöslich und quillt in Ölen nicht. Für Öl-Gele werden hydrophobe Verdicker wie Stearalkonium Hectorite oder Bentone benötigt. In Emulsionen (Wasser-in-Öl oder Öl-in-Wasser) kann HEC aber die Wasserphase stabilisieren – allerdings muss es VOR der Emulgierung vollständig in Wasser gelöst werden, da es nicht nachträglich dispergierbar ist.

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