Glutaminsäure
Körpereigene Aminosäure (nicht-essentiell)
Glutaminsäure ist Glutaminsäure wird biotechnologisch durch bakterielle Fermentation (meist mit Corynebacterium glutamicum) gewonnen. Erfahre hier alles ueber Herkunft, Wirkung und die beste Anwendung in deiner taeglichen Pflegeroutine.
Was ist Glutaminsäure?
Glutaminsäure ist die am häufigsten vorkommende nicht-essentielle Aminosäure im menschlichen Körper und ein Eckpfeiler des hauteigenen Feuchthaltesystems (Natural Moisturizing Factor, NMF). Sie wird enzymatisch zu Pyrrolidoncarbonsäure (PCA) umgewandelt, die bis zu 12% des NMF ausmacht und pro Molekül 250 Wassermoleküle binden kann. Darüber hinaus ist Glutaminsäure Vorstufe von Glutathion, dem wichtigsten zellulären Antioxidans, und macht 11% der Aminosäuresequenz von Kollagen Typ I aus. In der Kosmetik wird sie biotechnologisch durch Fermentation gewonnen – dieselbe Methode, die seit den 1950er Jahren zur Herstellung von Umami-Würzmitteln (MSG) verwendet wird, jedoch in reiner L-Form ohne Natriumsalz.
Woher kommt Glutaminsäure?
Glutaminsäure wird biotechnologisch durch bakterielle Fermentation (meist mit Corynebacterium glutamicum) gewonnen. Sie ist die am häufigsten vorkommende Aminosäure im menschlichen Körper und spielt eine zentrale Rolle im Hautstoffwechsel als Bestandteil des Natural Moisturizing Factor (NMF). In der modernen Kosmetik unterliegt die Gewinnung und Verarbeitung strengen Qualitaetsstandards gemaess der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. RAU Cosmetics bezieht ausschliesslich Rohstoffe in Kosmetik-Qualitaet von geprueften Lieferanten.
Wie wirkt Glutaminsäure auf zellulaerer Ebene?
Glutaminsäure ist Vorstufe von Pyrrolidoncarbonsäure (PCA), einem Hauptbestandteil des hauteigenen Feuchthaltesystems (NMF). Sie bindet Wasser durch ihre hydrophilen Carboxylgruppen und stärkt die Hautbarriere durch Stimulation der Filaggrin-Synthese. Zusätzlich fungiert sie als pH-Regulator und unterstützt die Bildung von Glutathion, einem wichtigen zellulären Antioxidans. Ihre Fähigkeit, die Keratinozyten-Proliferation zu modulieren, macht sie wertvoll für die Hauterneuerung.
So wirkt Glutaminsäure auf deine Haut
NMF-Booster & Feuchtigkeitsspeicher
Glutaminsäure wird enzymatisch zu Pyrrolidoncarbonsäure (PCA) umgewandelt, die 50% des Natural Moisturizing Factor ausmacht. Ein PCA-Molekül bindet bis zu 250 Wassermoleküle in der Hornschicht. Studien zeigen, dass topische Anwendung den Hautfeuchtigkeitsgehalt nach 2 Wochen um durchschnittlich 28% steigert und den TEWL signifikant senkt.
Barriere-Reparatur durch Filaggrin-Aktivierung
Stimuliert die Expression von Filaggrin, einem Schlüsselprotein für die Hautbarriere. Filaggrin wird zu freien Aminosäuren abgebaut, die den NMF bilden. Glutaminsäure beschleunigt diesen Prozess und verbessert die Barrierefunktion innerhalb von 4 Wochen messbar – besonders wichtig bei atopischer Haut mit Filaggrin-Mangel.
Glutathion-Vorstufe für Zellschutz
Dient als Baustein für Glutathion (γ-Glutamyl-Cystein-Glycin), das wichtigste intrazelluläre Antioxidans. Glutathion neutralisiert freie Radikale, entgiftet die Zellen und schützt vor UV-induziertem oxidativem Stress. Eine erhöhte Glutaminsäure-Verfügbarkeit steigert die Glutathion-Synthese in Keratinozyten um bis zu 35%.
pH-Regulation & Hautstoffwechsel
Fungiert als biologischer Puffer und stabilisiert den Säureschutzmantel bei pH 4.5-5.5. Ihre amphotere Natur (Amino- und Carboxylgruppen) ermöglicht effektive pH-Anpassung. Gleichzeitig liefert sie Energie für Keratinozyten durch Einschleusung in den Citratzyklus, was die Zellerneuerungsrate um 15-20% steigern kann.
Kollagen-Baustein & Elastizität
Macht etwa 11% der Aminosäuresequenz von Kollagen Typ I aus. Topische Zufuhr unterstützt die dermale Kollagensynthese, indem sie als direkte Vorstufe dient und die Prolyl-Hydroxylase-Aktivität steigert. In-vitro-Studien zeigen eine um 22% erhöhte Kollagenproduktion in Fibroblasten nach Glutaminsäure-Supplementierung.
Dosierung & Regulierung
Fuer wen ist Glutaminsäure geeignet?
Erhöht den NMF-Gehalt der Hornschicht und verbessert die Wasserbindungskapazität messbar um bis zu 40% nach 4-wöchiger Anwendung
Stärkt die Hautbarriere durch Förderung der Ceramid-Synthese und reduziert transepidermalen Wasserverlust (TEWL)
Unterstützt die Kollagensynthese als Baustein für Strukturproteine und verbessert die Hautdichte
Fördert durch beschleunigte Zellerneuerung einen gleichmäßigeren Teint und reduziert fahles Hautbild
Glutaminsäure in deiner Routine
Morgens nach der Reinigung
2-3 Tropfen Serum mit Glutaminsäure (idealerweise kombiniert mit anderen NMF-Komponenten wie PCA, Urea) auf das feuchte Gesicht auftragen, um die Absorption zu maximieren
Vor Feuchtigkeitscreme
Glutaminsäure zieht am besten in die Hornschicht ein, wenn sie vor okklusiven Cremes aufgetragen wird. 30 Sekunden einziehen lassen, dann mit ceramidhaltiger Pflege versiegeln
Bei Barrier-Repair-Kuren
In Kombination mit Niacinamid (4-5%) und Ceramiden für 4-6 Wochen täglich anwenden – diese Synergie verstärkt die Barriere-Regeneration um bis zu 60%
Nach chemischen Peelings
48 Stunden nach AHA/BHA-Behandlungen anwenden, um den gestörten NMF wiederherzustellen und Irritationen zu minimieren. Konzentration kann auf 5% erhöht werden
RAU Cosmetics Produkte mit Glutaminsäure
Haeufige Fragen zu Glutaminsäure
Warum wird Glutaminsäure oft mit Natriumsalz (Sodium Glutamate/MSG) verwechselt?
Glutaminsäure ist die freie Aminosäure (L-Glutamic Acid), während Natriumglutamat (MSG) ihr Natriumsalz ist. In Kosmetik wird meist die freie Säure verwendet, da sie den pH-Wert besser reguliert und direkter in PCA umgewandelt wird. MSG wird manchmal als Feuchtigkeitsspender eingesetzt, wirkt aber weniger stark auf die Filaggrin-Synthese. Die freie Form hat einen pKa von 4.25, passt also perfekt zum Haut-pH.
Kann Glutaminsäure die Haut lichtempfindlicher machen?
Nein, im Gegenteil: Durch die Förderung der Glutathion-Synthese verstärkt Glutaminsäure sogar den antioxidativen Schutz gegen UV-Schäden. Studien zeigen, dass eine 4-wöchige Vorbehandlung mit Glutaminsäure-haltigen Produkten UV-induzierte Erytheme um 18% reduziert. Sie ist daher ideal für die Kombination mit Vitamin C und Sonnenschutz.
Wie unterscheidet sich Glutaminsäure von Hyaluronsäure als Feuchtigkeitsspender?
Hyaluronsäure bindet Wasser an der Hautoberfläche (1g bindet bis zu 6 Liter), während Glutaminsäure/PCA in die Hornschicht eindringt und dort den hauteigenen Feuchtigkeitsmechanismus (NMF) auffüllt. Glutaminsäure wirkt nachhaltiger, da sie die Barrierefunktion verbessert, statt nur kurzfristig aufzupolstern. Die Kombination beider ist optimal: HA für sofortige Hydratation, Glutaminsäure für langfristigen Aufbau.
Ist Glutaminsäure auch bei zu Akne neigender Haut sinnvoll?
Absolut. Akne-Haut hat oft einen gestörten NMF durch häufiges Waschen und austrocknende Treatments (Benzoylperoxid, Retinoide). Glutaminsäure restauriert die Barriere, ohne die Poren zu verstopfen (nicht komedogen). Zusätzlich reguliert sie den pH-Wert – ein saurer Hautmantel hemmt C. acnes-Bakterien. In Kombination mit Niacinamid reduziert sie Entzündungen und Talgproduktion.
Warum ist die L-Form von Glutaminsäure wichtig?
In der Natur und im menschlichen Körper kommt ausschließlich L-Glutaminsäure vor (linksdrehende Form). Nur diese kann von Hautenzymen zu PCA umgewandelt und in Proteine eingebaut werden. D-Glutaminsäure (rechtsdrehend) ist biologisch inaktiv. Hochwertige Kosmetik verwendet daher immer L-Glutamic Acid aus Fermentation, nicht synthetische Racemgemische.
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