Hautschutzlipid

COCOGLYCERIDES
Glycerinester pflanzlicher Fettsäuren (Kokosöl)

COCOGLYCERIDES ist Werden durch Veresterung von pflanzlichem Glycerin mit mittelkettigen Fettsäuren aus Kokosöl hergestellt. Erfahre hier alles ueber Herkunft, Wirkung und die beste Anwendung in deiner taeglichen Pflegeroutine.

INCI: Cocoglycerides  |  CAS: 85536-07-8  |  Auch bekannt als: Coconut Oil Glycerides, Glyceryl Cocoate, Cocoglyceride, Cocos Nucifera Glycerides, MCT Glycerides (teilweise)
Stoffklasse Glycerinester pflanzlicher Fettsäuren (Kokosöl)
INCI-Name Cocoglycerides
CAS-Nummer 85536-07-8
Komedogenitaet Grad 2 (niedrig bis mittel)

Was ist COCOGLYCERIDES?

Cocoglycerides sind eine raffinierte Mischung aus Mono-, Di- und Triglyceriden, die durch partielle Hydrolyse von Kokosöl gewonnen werden. Anders als natives Kokosöl, das zu schwer für viele Hauttypen ist, kombinieren Cocoglycerides die pflegenden Eigenschaften mittelkettiger Fettsäuren mit ausgezeichneter Hautverträglichkeit. Ihre besondere Stärke: Sie reparieren die Hautbarriere von innen heraus, indem sie sich in die Lipidlamellen des Stratum corneum einbauen – nicht nur oberflächlich abdichten. Historisch wurden Kokos-Derivate bereits im alten Indien ayurvedisch genutzt; moderne Kosmetik schätzt Cocoglycerides als multifunktionalen Inhaltsstoff, der gleichzeitig pflegt, emulgiert und Formulierungen stabilisiert.

Wusstest du? Monolaurin, das Hauptmonoglycerid in Cocoglyceriden, ist derselbe Wirkstoff, den Muttermilch gegen bakterielle und virale Infektionen beim Säugling einsetzt – eine natürliche 'Hautschutz-Strategie', die die Evolution perfektioniert hat.

Woher kommt COCOGLYCERIDES?

Werden durch Veresterung von pflanzlichem Glycerin mit mittelkettigen Fettsäuren aus Kokosöl hergestellt. Die Reaktion erzeugt eine Mischung aus Mono-, Di- und Triglyceriden mit vorwiegend C8-C14-Fettsäureketten, die eine wachsähnliche Konsistenz besitzt. Der botanische Name lautet Cocos nucifera (Familie: Arecaceae (Palmengewächse)). Verwendet wird: Fruchtfleisch (Kopra). Hauptherkunftsregionen: Tropische Küstenregionen Südostasiens, Pazifische Inseln, Indien, Sri Lanka. In der modernen Kosmetik unterliegt die Gewinnung und Verarbeitung strengen Qualitaetsstandards gemaess der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. RAU Cosmetics bezieht ausschliesslich Rohstoffe in Kosmetik-Qualitaet von geprueften Lieferanten.

Wie wirkt COCOGLYCERIDES auf zellulaerer Ebene?

Bilden durch ihre amphiphile Struktur (hydrophiler Glycerinteil + lipophile Fettsäureketten) eine Lipid-Doppelschicht auf der Hautoberfläche, die Wasserverlust minimiert. Die mittelkettigen Fettsäuren (C8-C14) penetrieren besser in die Lipidlamellen des Stratum corneum als langkettige Fettsäuren und füllen dort Lücken in der Barrierefunktion. Gleichzeitig wirken Monoglyceride als natürliche Emulgatoren, die die Formulierung stabilisieren und ein weiches Hautgefühl ohne Fettfilm erzeugen.

So wirkt COCOGLYCERIDES auf deine Haut

Barriere-Reparatur

Cocoglyceride integrieren sich in die interzellulären Lipidlamellen des Stratum corneum und füllen strukturelle Lücken, die durch Umwelteinflüsse, aggressive Reinigung oder Hautalterung entstehen. Studien zeigen, dass topische Anwendung den transepidermalen Wasserverlust (TEWL) um 20-30% reduziert. Anders als okklusive Mineralöle, die nur oberflächlich abdichten, werden Mono- und Diglyceride aktiv in die Hautlipide eingebaut.

Sofortige Geschmeidigkeit

Die Kombination aus kurzkettigen (C8-C10) und mittelkettigen (C12-C14) Fettsäuren erzeugt ein seidiges, nicht fettendes Hautgefühl. Kurzkettige Anteile ziehen binnen Minuten ein, während die Laurinsäure-Fraktion (C12) einen dezenten Schutzfilm hinterlässt. Das Ergebnis: samtige Haptik ohne Okklusivität oder Glanz – messbarer Unterschied zu langkettigen Triglyceriden wie Sheabutter.

Antimikrobielle Unterstützung

Monolaurin (Monoglycerid der Laurinsäure) hat nachgewiesene antimikrobielle Eigenschaften gegen Gram-positive Bakterien wie Staphylococcus aureus und Propionibacterium acnes. Es destabilisiert die Lipidmembran der Pathogene. In Konzentrationen ab 2% kann dies die Hautflora balancieren, ohne das Mikrobiom zu schädigen – ein Vorteil gegenüber synthetischen Konservierungsstoffen.

Emulgator-Synergie

Mono- und Diglyceride fungieren als Co-Emulgatoren in O/W- und W/O-Formulierungen. Sie reduzieren die benötigte Menge synthetischer Tenside (z.B. PEG-Derivate) um bis zu 40%, was Formulierungen hautfreundlicher macht. Gleichzeitig stabilisieren sie die Emulsion gegen Temperaturstress – wichtig für Produkte, die während des Transports Hitze ausgesetzt sind.

Entzündungshemmende Wirkung

Laurinsäure (Hauptbestandteil) wird enzymatisch zu Monolaurin umgewandelt, das die Aktivität von NF-κB – einem Schlüssel-Signalweg für Entzündungen – hemmt. Bei regelmäßiger Anwendung kann dies Rötungen und Irritationen bei sensitiver Haut reduzieren, ohne die Kortisol-Achse zu beeinflussen wie synthetische Steroide.

Fettsaeureprofil von COCOGLYCERIDES

Caprylsäure (C8)
7-10%
Caprinsäure (C10)
6-8%
Laurinsäure (C12)
45-52%
Myristinsäure (C14)
16-21%
Palmitinsäure (C16)
7-10%
Stearinsäure (C18)
2-4%

Dosierung & Regulierung

Typische Einsatzkonzentration: 2-10% in Cremes und Lotionen, 5-15% in Lippenpflegeprodukten, 1-5% in Körperbutter
EU-Regulierung: Keine spezifische Einschränkung gemäß EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009

Fuer wen ist COCOGLYCERIDES geeignet?

Trockene Haut

Die Mono- und Diglyceride verschließen Mikrorisse im Stratum corneum und reduzieren transepidermalen Wasserverlust um bis zu 25% innerhalb von 2 Stunden nach Anwendung.

Sensible Haut

Kokos-Glyceride sind nicht-ionisch und haben einen neutralen pH-Wert, wodurch sie keine Hautirritationen auslösen – ideal bei geschwächter Hautbarriere.

Reife Haut

Unterstützen die natürliche Lipidmatrix, die mit zunehmendem Alter dünner wird, und verbessern die Hautelastizität ohne okklusive Schwere.

Mischhaut

Ziehen schnell ein ohne Fettglanz, da mittelkettige Fettsäuren leichter metabolisiert werden als langkettige – kein Verstopfen der T-Zone.

COCOGLYCERIDES in deiner Routine

Morgens nach der Reinigung

Nach dem Toner eine erbsengroße Menge auf feuchte Haut auftragen (erhöht die Penetration). Cocoglyceride verstärken die Wirkung wasserlöslicher Seren, indem sie deren Einschleusung in die Lipidschichten fördern.

Als Boost für Retinol-Toleranz

Produkte mit 5-10% Cocoglyceriden können abends 10 Minuten nach Retinol aufgetragen werden. Sie reduzieren die Barrierstörung, die Retinoide verursachen, und minimieren Schuppung – ohne die Retinol-Wirkung zu beeinträchtigen.

Vor UV-Exposition (Winter)

In kalten Monaten als letzte Schicht vor Sonnenschutz verwenden. Die mittelkettigen Fettsäuren schützen vor Wind-induzierter Dehydration, ohne SPF-Filter zu beeinträchtigen (keine Interaktion wie bei Mineralölen).

Nachts als Okklusivstufe

Über Niacinamid- oder Peptid-Seren auftragen (2-3 Pumpstöße). Cocoglyceride halten aktive Wirkstoffe in der Epidermis und verhindern deren Verdunstung während der Nachtregeneration – 'Slugging-light' ohne Komedogenität.

Lagerung: Relativ stabil bei Raumtemperatur (Schmelzpunkt 20-25°C). In Formulierungen mit niedrigem pH-Wert (<4) kann langsame Hydrolyse zu freien Fettsäuren auftreten – dann Puffersysteme (z.B. Natriumcitrat) einsetzen. Lichtempfindlichkeit gering, aber Lagerung in Braunglas oder opaken Behältern verlängert Haltbarkeit. Einfrieren verändert die Kristallstruktur – nach Auftauen kann die Textur grobkörnig werden.

RAU Cosmetics Produkte mit COCOGLYCERIDES

Haeufige Fragen zu COCOGLYCERIDES

Sind Cocoglycerides komedogen für zu Akne neigende Haut?

Mit einem Komedogenitätsgrad von 2 (auf einer Skala von 0-5) gelten sie als gering komedogen. Entscheidend ist der Anteil an Monoglyceriden: Je höher dieser ist (>50%), desto besser die Verträglichkeit. Monolaurin hat sogar anti-aknegene Eigenschaften gegen P. acnes. In Formulierungen unter 5% und kombiniert mit nicht-komedogenen Ölen (z.B. Squalan) ist das Risiko für verstopfte Poren minimal. Bei sehr öliger Haut lieber morgens in leichten Gelen verwenden statt abends in reichhaltigen Cremes.

Unterschied zwischen Cocoglycerides und reinem Kokosöl?

Kokosöl (Cocos nucifera Oil) besteht zu >95% aus Triglyceriden, die schwerer penetrieren und einen stärkeren Film bilden (Komedogenitätsgrad 4). Cocoglycerides sind partiell hydrolysierte Triglyceride – ein Gemisch aus Mono-, Di- und Triglyceriden mit niedrigerem Molekulargewicht (300-600 vs. 800-900 g/mol). Sie ziehen schneller ein, haben bessere Emulgator-Eigenschaften und sind deutlich weniger komedogen. Zudem sind sie geruchlos, während natives Kokosöl intensiv riecht.

Können Cocoglycerides ranzig werden?

Ja, aber langsamer als ungesättigte Öle. Der hohe Laurinsäure-Anteil (gesättigte C12-Fettsäure) macht sie relativ oxidationsstabil. Dennoch sollten Produkte kühl (unter 25°C) und lichtgeschützt gelagert werden. Angebrochene Tiegel innerhalb von 6-9 Monaten aufbrauchen. Ranzigkeit erkennst du an einem seifigen, leicht stechenden Geruch – verursacht durch Hydrolyse zu freien Fettsäuren. Formulierungen mit Vitamin E (Tocopherol) als Antioxidans verlängern die Haltbarkeit um 30-50%.

Sind sie vegan und nachhaltig?

Cocoglycerides aus Kokosöl sind vegan (pflanzlichen Ursprungs). Nachhaltigkeit hängt von der Kokosnuss-Lieferquelle ab: Kleinbauern-Kooperativen in Sri Lanka oder den Philippinen sind oft RSPO-zertifiziert (Roundtable on Sustainable Palm Oil – gilt auch für Kokos). Achte auf Siegel wie 'Fair for Life' oder 'Organic'. Konventioneller Anbau kann mit Monokulturen und Bodenauslaugung einhergehen. Synthetische Alternativen wie Caprylic/Capric Triglyceride (aus Palmkernöl) haben ähnliche Umweltprobleme.

Warum fühlen sich Produkte mit Cocoglyceriden 'trockener' an als mit Sheabutter?

Das liegt am Fettsäureprofil: Cocoglyceride enthalten überwiegend mittelkettige Fettsäuren (C8-C14), die eine niedrigere Viskosität und schnellere Hautpenetration haben. Sheabutter besteht aus langkettigen Fettsäuren (C16-C18) und Unverseifbaren, die langsamer einziehen und einen reichhaltigeren, 'butterigen' Film hinterlassen. 'Trocken' bedeutet hier nicht austrocknend, sondern 'nicht-okklusiv' – die Haut fühlt sich matt statt glänzend an. Ideal für tagsüber oder unter Make-up.

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